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Schwerpunkte des SGBCISL für 2012
Arbeitsintensives und schwieriges Jahr
 

„2012 wird ein schwieriges Jahr, vor allem wegen der Wirtschaftskrise und der Sparmaßnahmen. Für den SGBCISL wird es darum gehen, Arbeitsplätze zu sichern und die Belastungen, die auf Arbeitnehmer, Rentner und deren Familien zukommen werden, auf lokaler Ebene so weit als möglich abzufedern.“ Dies ist, auf den Punkt gebracht, der Ausblick des SGBCISL auf das arbeitsintensive neue Jahr. Das Landessekretariat hat die Arbeitsschwerpunkte heute, 17. Jänner, in Bozen bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Dabei wurde auch auf das Arbeitsjahr 2011 zurückgeblickt, zudem sind die aktuellen Mitgliederzahlen präsentiert worden.

Nachfolgend eine Zusammenfassung der Schwerpunkte:

Ausblick 2012


Territorialer Gesundheitsfonds

Bereits 2009 haben wir die Einrichtung eines territorialen Gesundheitsfonds vorgeschlagen. 2011 ist endlich ein Grundsatzdokument der Sozialpartner verabschiedet worden. Am 31. Jänner wird ein weiteres Dokument unterzeichnet, welches die Beziehungen zu den gesamtstaatlichen Fonds regelt. Es ist zu hoffen, dass der Fonds 2013 starten kann und auf regionaler Ebene eingerichtet wird.

Lehrlingswesen
Der Staat hat im November das Lehrlingswesen neu geregelt und die Bestimmungen müssen nun auf Landesebene übertragen werden. Am 18. Jänner findet ein erstes Treffen mit Landesrätin Kasslatter Mur statt, denn innerhalb April müssen Berufbilder und Lehrlingsdauer geregelt werden. Dem Lehrvertrag kommt als vorrangigen Einstieg von Jugendlichen in die Berufswelt eine besondere Bedeutung zu.

EEVE und Familienpolitik
Mit 1. September 2011 ist die Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung gestartet. Leider werden aber die gewerblichen Immobilien und Vermögen bis 100.000 Euro nicht berücksichtigt. Landesrat Theiner hat am 12. November im Rahmen einer Tagung seine Absicht erklärt, die Familienförderung zu reformieren. Die Überarbeitung der Familienförderung war eine Grundsatzforderung des SGBCISL. Wir werden diesbezüglich unsere Vorschläge vorbringen.

Inflation
2011 hat sich die Inflation gegenüber 2010 verdoppelt. Für 2012 wird die tendenzielle Inflation mit 3,3% angegeben. Leider ist die Inflation in Südtirol konstant höher. Deshalb müssen Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft gesetzt und die zweite Verhandlungsebene ausgebaut werden.

Soziale Abfederungsmaßnahmen
Über die neuen Kompetenzen aufgrund des Mailänder Abkommens sollen die sozialen Unterstützungsmaßnahmen insgesamt verbessert und die Zugangskriterien besser an die lokalen Besonderheiten angepasst werden.

Mitgliederstand 2011
Auch 2011 konnte der SGBCISL bei der Mitgliederzahl zulegen. 41.958 Mitglieder bedeuten einen Zuwachs von 1.072 Mitgliedern im Vergleich zu 2010 (40.886 Mitglieder). Dies entspricht einem Plus von 2,62%.
Der Trend der vergangenen Jahre hat sich somit bestätigt und wir werden alles daran setzen, das uns entgegengebrachte Vertrauen nicht zu enttäuschen.

Rückblick 2011


Die Wirtschaftskrise

Wir erleben derzeit nicht eine konjunkturelle, sondern eine strukturelle Krise.
Das Land Südtirol hat bis heute keine Verschuldung aufzuweisen und dies ist sicherlich ein Verdienst. Trotz der guten Verwaltung des Landeshaushalts werden wir aber trotzdem zur Sanierung des Staatshaushaltes beitragen müssen; dies darf aber nicht unsere Autonomie in Frage stellen.
Gerade zu diesem Thema organisieren wir am 20. Jänner in der Handelskammer Bozen die Tagung „Steuerföderalismus: von der italienischen zur europäischen Dimension“.

Beschäftigungslage
Die steigende Arbeitslosigkeit ist allerdings ein negativer Aspekt. Eine Arbeitslosigkeit von 3,3% darf nicht unterbewertet werden und es braucht zusätzlich zum Ausbau der sozialen Abfederungsmaßnamen eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Im Besonderen braucht es gezielte berufliche Bildungsmaßnamen und vor allem die Verwendung der Geldmittel der beruflichen Ausbildungsfonds, die im Jahr 2011 wenig genutzt wurden.

Regionale IRPEF Zusatzsteuer
Wie allseits bekannt haben wir bereits seit 2010 die Abschaffung des regionalen IRPEF Zuschlags gefordert.
Das Urteil des Verfassungsgerichtshofes vom 9. Jänner 2012 hat die Zuständigkeit des Landes bestätigt und somit ist eine Befreiung vom regionalen Einkommenssteuerzuschlag rechtens. Dies unterstreicht die Gültigkeit des Mailänder Abkommens. Daher muss der kürzlich von der Regierung beschlossene Mindeststeuersatz von 1,23% nicht angewandt werden.
Trotz dieser positiven Nachricht, teilen wir die vom Landtag beschlossene Regelung zur Befreiung weiterhin nicht, weil sie keine sozial gerechte Familienförderung darstellt. Wir schlagen die Einführung einer free–tax–area vor, damit allen Steuerzahlern ein Vorteil entsteht.

Wertschöpfungssteuer IRAP
Das Land hat den innovativen Betrieben eine zusätzliche IRAP–Senkung gewährt. Auch der Staat hat im Sparpaket durch die Absetzbarkeit der IRAP von der Körperschaftssteuer IRES den Betrieben weitere Steuerbegünstigungen gewährt. Dies bedeutet, dass dem Landeshaushalt weitere geschätzte 20 Millionen Euro entgehen werden. Dies hätte das Land in seinem Haushaltsgesetz berücksichtigen müssen.

Abkommen über die Steuerbegünstigung der Produktivitätsentlohnung

Gerade auf Initiative des SGBCISL ist es gelungen, alle Sozialpartner an einen Tisch zu bringen um das entsprechende Abkommen zu unterzeichnen. Für viele Arbeitnehmer konnte somit die Nettoentlohnung verbessert werden. Zentrale Forderung bleibt für uns allerdings der Abschluss von Landes- oder Betriebsabkommen, insbesondere in kleinstrukturierten Branchen, um den ArbeitnehmerInnen einen angemessenen Lohnzuwachs zu ermöglichen.

 

 

17.01.2012

 

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