Sie sind hier

Unsere Geschichte

 

1948: Gründung

Der Südtiroler Gewerkschaftsbund wurde 1948 im Kolpinghaus in Bozen auf Initiative des KVW und der ACLI als gemeinsame Vertretung der ArbeitnehmerInnen aller Sprachgruppen gegründet.

Die Gewerkschaftsgründung wurde von sozial und politisch engagierten Persönlichkeiten vorangetrieben, allen voran Sandro Panizza und Alfons Benedikter. Die ursprüngliche Bezeichnung lautete SGB/USA (Südtiroler Gewerkschaftsbund/Unione sindacale altoatesina). 1951 schließt sich der Südtiroler Gewerkschaftsbund an die gesamtstaatliche Cisl an.

50er und 60er Jahre

Das Hauptaugenmerk des Bundes und später der Fachgewerkschaften gilt landesweit der Sicherung der Arbeitsplätze und der Löhne.

Interethnische Krise: 1964 treten einige deutschsprachige Funktionäre aufgrund interner Konflikte aus und gründen den ethnischen Gewerkschaftsbund ASGB. Der SGBCISL büßt als interethnischer Gewerkschaftsbund an Glaubwürdigkeit ein. 

60er und 70er Jahre: Aufschwung

Die Gewerkschaftsbewegung erlebt einen Aufschwung, erste Betriebsvereinbarungen werden abgeschlossen, Betriebsräte gebildet, Bauarbeiter- und Metallarbeitergewerkschaften streben die Gewerkschaftseinheit an.

70er Jahre: interne Krise

Die Konflikte zu Vertragsinhalten und zur Gewerkschaftseinheit spitzen sich beim Landeskongress 1973 zu, es kommt zum Bruch. Die bei den Kongresswahlen unterlegene Gruppierung besetzt 1974 den Sitz. Es folgt eine kommissarische Leitung bis zum Kongress 1977, bei dem sich die vormalige Minderheit durchsetzt. Diese setzt auf den ethnischen Wechsel der Ämter, die paritätische Besetzung der Führungsgremien und die Gewerkschaftseinheit.  

80er und 90er Jahre: Wachstum und Qualität

Wirtschaft und Wohlstand in Südtirol wachsen, die Gewerkschaften treten gegenüber der Landespolitik stärker auf. 1981 setzt der Kongress auf die Dezentralisierung der Organisation. 1984 wird Klaus Reider zum ersten deutschsprachigen Generalsekretär gewählt. Die Dezentralisierung wird durch den Ausbau der Dienste weiter gestärkt. Die Mitgliederzahl steigt: In den 90ern wird der SGBCISL - auch dank der Fachgewerkschaften - zur repräsentativsten Gewerkschaft in Südtirol.  

1998 – 2008

Der SGBCISL hat sich auf organisatorischer Ebene in den vergangenen zehn Jahren gut weiterentwickelt. Zum einen wuchs die Anzahl der Mitglieder von etwas mehr als 28.000 auf über 38.000; wobei die Zusammensetzung nach Sprachgruppen im Wesentlichen jener der Südtiroler Bevölkerung entspricht.

Weiters stellt der Ausbau der Bezirksstrukturen einen zusätzlichen Qualitätssprung für die Organisation dar. So wurde 1999 in der Siemensstraße in Bozen statt des geschichtsträchtigen Sitzes in der Amba-Alagi-Straße ein neuer Landessitz angekauft. 2005 folgte der Ankauf eines größeren Bezirksbüros in Bruneck. In Meran wurden zusätzliche Räumlichkeiten für den Bezirkssitz angemietet. In Brixen konnte anstelle der drei bisherigen Büros ein gemeinsamer, zweckmäßiger Standort für den Bezirkssitz ausfindig gemacht werden; im Oktober 2006 erfolgte die Einweihung.

Die Krise zwischen den gesamtstaatlichen Gewerkschaftsbünden anlässlich der Unterzeichnung des so genannte Bündnisses für Arbeit („patto per l’Italia“) im Jahr 2002 hat sich zwar auch auf Südtirol ausgewirkt, dank der besonderen lokalen Gegebenheiten konnte eine Verschärfung der Spannungen aber verhindert werden. Folglich war das Verhältnis unter den Gewerkschaftsbünden pragmatisch und beschränkte sich auf das Wesentliche.

Im Bereich der Sozialpolitik beherrschten zwei Themen die interne Diskussion: die Zusatzvorsorge und die Einführung der Pflegeabsicherung auf Landesebene. Der SGBCISL hat sich für die Einrichtung des regionalen Zusatzrentenfonds Laborfonds stark gemacht; der Einsatz gilt nun vor allem einer demokratischeren Wahl der Entscheidungsgremien. Bei der Pflegesicherung, die erst 2008 gestartet ist, konnte vorerst eine Bürgerbeteiligung an der Finanzierung des Pflegefonds verhindert werden.

Auf Landesebene setzten sich die Fachgewerkschaften des SGBCISL seit Jahren für den Abschluss von guten Zusatzverträgen ein. Da die Verhandlungen wegen der ablehnenden Haltung der lokalen Arbeitgeberverbände in vielen Branchen festgefahren sind, den Zusatzverträgen aber eine immer größere Bedeutung für mehr Rechte und Einkommen zukommt, wurde die zweite Verhandlungsebene in den nächsten Jahren die zentrale Herausforderung für den SGBCISL.

Nach 2008

In den Jahren ab 2008 stand - auch in Südtirol - die Bewältigung der Wirtschaftskrise im Vordergrund. Ein Augenmerk bei der kollektiven Vertretung liegt weiterhin auf der zweiten Verhandlungsebene, also auf Abkommen und Zusatzverträgen auf Betriebs- und auf Landesebene.

Gegenüber der Landespolitik bemühen sich die Gewerkschaften, allen voran der SGBCISL, um mehr Mitsprache und um einen größeren Spielraum zum Mitgestalten. Im Vorfeld der Landtagswahlen 2008 und 2013 sind Forderungskataloge für die Legislaturperioden erarbeitet worden. Eckpunkte sind: Steuererleichterungen, bessere Sozialleistungen, soziale Schutzklauseln bei Auftragsvergaben und bessere soziale Absicherungen im Falle des Verlusts des Arbeitsplatzes oder bei Lohnausgleich, Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit und Familienförderung.

Schwerpunkte des SGBCISL in den letzten Jahren waren (bzw. sind weiterhin) u.a. der Einsatz für einen gerechten Mietbeitrag, der Kampf gegen Politikerprivilegien, die Erstellung der Sozialbilanz des SGBCISL, die Neuausrichtung der Südtirol-Autonomie, den Ausbau der ergänzenden Gesundheitsfürsorge in Südtirol (Gründung des Sanifonds), die Gleichstellung des ASGB.

Bei der individuellen Betreuung der Mitglieder stand der Ausbau der Dienstleistungen im Vordergrund. Der SGBCISL bietet nun auch Zusatzrentenberatungen in Zusammenarbeit mit PensPlan an, und zudem eine Anlaufstelle für Personen, die unter arbeitsbedingten Belastungen leiden.


Suche

Suchformular


Im Vordergrund




Veranstaltungen und Fälligkeiten

M D M D F S S
 
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30