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Protestaktion
Sparplan "nicht zu
Lasten der Arbeitnehmer und Rentner"
Die Südtiroler Gewerkschaftsbünde SGBCISL
und UIL-SGK haben heute vor dem Regierungskommissariat
in Bozen gegen die ungerechten Maßnahmen des staatlichen
Sparplans protestiert. Im Rahmen der Protestaktion sind
die Vertreter der Gewerkschaften vom Präfekten Dr.
Fulvio Testi empfangen worden. Bei dem knapp
einstündigen Treffen hat die gewerkschaftliche
Delegation ihre Forderungen und Vorschläge vorgebracht
(siehe nachfolgendes Promemoria). Der
Regierungskommissar teilte eine ganze Reihe von Anliegen
und Punkten und sicherte zu, das Forderungsdokument bei
den zuständigen Stellen in Rom vorzubringen.
Promemoria zum Sparplan
der Regierung
DER ANGESTREBTE AUSGLEICH
DES STAATSHAUSHALTES DARF NICHT NUR ZU LASTEN DER
ARBEITNEHMER UND RENTNER GEHEN
Dass Italien in die Währungsunion
aufgenommen worden ist, verdankt das Land weniger seiner
Wirtschaftlichen Lage und seines öffentlichen Haushaltes
als vielmehr der Tatsache, zu den sechs Gründerstaaten
der EWG zu gehören. Die Wirtschaftskrise ab 2008 hat
gezeigt, wie anfällig die westlichen Staaten im
Vergleich zu den anderen Staaten sind, die ein
bemerkenswertes Wirtschaftswachstum verzeichnet haben.
Italien hat jahrzehntelang über seine Verhältnisse
gelebt, ohne zu berücksichtigen, dass es die Rechnung
früher oder später präsentiert bekommt. Nun stehen
heikle und dringende Entscheidungen an. Die Politik ist
dazu aber nicht in der Lage. Die Sozialpartner haben mit
dem Abkommen vom 28. Juni 2011 begonnen, ihren Beitrag
zu leisten.
Ohne eine effiziente Verwendung der öffentlichen Gelder
und ohne Maßnahmen zur Ankurbelung des
Wirtschaftswachstums geraten all jene sozialstaatlichen
und arbeitsrechtlichen Errungenschaften in Gefahr, die
im Laufe des 20. Jahrhunderts erkämpft worden sind.
Nicht hinnehmbar sind in diesem Sinne Sparpakete wie
jene der Jahre 2010 und 2011, die hauptsächlich jene
Bevölkerungsschichten treffen, die durch einen
Steuervorabzug ihre Abgaben leisten. Die
Steuerhinterziehung, welche in Italien stets als
Kavaliersdelikt betrachtet worden ist, kann mit dem
derzeitigen Sparpaket nicht ernsthaft bekämpft werden.
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Es braucht die Wiedereinführung der
Rückverfolgbarkeit der Zahlungen. Die
Staatsverschuldung ist im letzten Jahrzehnt nur in
den Jahren 2007 und 2008 gesunken, das sind genau
jene beiden Jahre, in denen die Rückverfolgbarkeit
in Kraft war.
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Es braucht die Liberalisierung der
Berufskammern weil die derzeitigen Regelungen den
Bürgern und Betrieben jährlich über eine 1 Milliarde
Euro an Mehrkosten verursachen.
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Es braucht eine Reform des
Zivilrechts, welche eine Rechtssicherheit garantiert
wie sie im restlichen Europa der Fall ist.
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Es braucht die Modernisierung der
öffentlichen Verwaltung, die näher am Bürger und den
Betrieben sein muss.
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Es braucht den Verkauf von
staatlichen Immobilien und die Aufwertung des
Gemeinguts.
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Es braucht eine dauerhafte
Reduzierung der Lohnnebenkosten und die
Festschreibung der Steuerbegünstigungen auf den
Leistungslohn.
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Die öffentliche Hand muss gegenüber
ihren privaten Auftragnehmern das vorgeschriebene
Zahlungsziel einhalten. Derzeit schuldet der Staat
den Betrieben rund 60 Milliarden Euro.
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Es braucht eine Verringerung der
Ausgaben für die Politik, welche die Bürger jährlich
rund 25 Milliarden Euro kostet.
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Einsparungen braucht es auch im
Verwaltungsbereich: Abschaffung der Provinzen und
Zusammenlegung der Kleinstgemeinden.
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Es braucht die Wiedereinführung der
Steuer auf große Vermögenswerte und die Anhebung des
Steuersatzes der Finanzrenditen von derzeit 12,5%
auf den europäischen Durchschnitt von 20%.
Die Sparpakete 2010 und
2011 sind ungerecht,
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wegen des
Lohnverhandlungsstopps im öffentlichen Dienst bis
2014;
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wegen der Verringerung
der Steuerabsetzbeträge für lohnabhängige Arbeit und
Familienlasten;
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wegen der Reduzierung
der automatischen Aufwertung der Renten über 1.400
Euro brutto;
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weil die
Voraussetzungen für den Antritt der
Dienstaltersrente aufgrund der Lebenserwartung
verschärft worden sind ohne die Art der beruflichen
Tätigkeit zu berücksichtigen;
-
weil die
Steuerbegünstigungen auf den Leistungslohn nur für
das Jahr 2012 verlängert worden sind;
-
weil eine
Einheitsabgabe für arbeitsrechtliche Streitfälle
eingeführt worden ist, die zuvor aus sozialen
Gründen befreit waren.
- Aus
diesen Gründen ersuchen wir Sie in Namen der
ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen in Südtirol, der
Regierung unsere Vorschläge und Forderungen
vorzubringen.
10.08.2011 |