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Arbeitssicherheit
Zahl der Unfälle nimmt nicht ab, die Landesregierung aber will die Ausbildungsstunden senken!
 

Nach zwei Monaten ist nun wieder das Thema der vom Staat vorgeschriebenen, verpflichtenden Ausbildungsstunden im Bereich Unfallvorbeugung und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz aktuell. Die Wirtschaftsverbände vertreten den Standpunkt, es seien deren zu viele, und drängen die Landesregierung, bei der Regierung in Rom diesbezüglich zu intervenieren.
Dabei sind die Statistiken besorgniserregend: Jedes Jahr werden allein in Südtirol rund 17.000 Arbeitsunfälle gemeldet. Hinzu kommen noch die Berufskrankheiten, die häufig gar nicht gemeldet werden, weil die Betroffenen nicht ausreichend über ihre Rechte Bescheid wissen; dies zum Teil auch eben aufgrund der unzureichenden Informationen.
Es ist wirklich unverständlich, dass die Landesregierung der Forderung der Wirtschaftsverbände nachkommt, die Kursstunden im Arbeitssicherheitsbereich zu kürzen, wenn die Betriebe selbst nicht in der Lage sind, die Anzahl der Arbeitsunfälle zu senken.
Das Staatsgesetz muss in jedem Fall angewandt werden, weil es auf eine europäische Richtlinie zurückgeht und Südtirol zudem in diesem Bereich gar keine Zuständigkeit hat.
Wenn Südtirol Vorschläge vorbringt, dann müssten diese im zuständigen Gremium diskutiert werden, dem Landeskoordinierungskomitee, in dem Arbeitgeber- wie Arbeitnehmervertreter sitzen. Der zuständige Landesrat beruft dieses wichtige Komitee allerdings viel zu selten ein, es müsste zumindest alle 3 Monate zusammen­kommen. Das einzige Treffen heuer fand am 7. Juli statt, und die Ausbildung stand dabei gar nicht auf der Tagesordnung.

Offensichtlich zieht es die Landesregierung vor, weiterhin die Interessen jener zu unterstützen, die den Aufwand und die Kosten reduzieren wollen, ungeachtet jener, die tagtäglich bei der Arbeit ihre Gesundheit riskieren.

 

26.09.2011

 

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