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Liberalisierung der Öffnungszeiten
Vehemente Kritik an den Öffnungszeiten der Geschäfte ohne Regeln
 

Die Fachgewerkschaft für Handel, Tourismus und Dienstleistungen Fisascat im SGBCISL ist besorgt über die von der Regierung verabschiedeten Liberalisierungsmaßnahmen im Bereich des Einzelhandels, die mit 1.Jänner 2012 in Kraft getreten sind.
„Wir sind überzeugt, dass die Liberalisierung der Öffnungszeiten der Geschäfte nicht mehr Konsum, Mehreinnahmen und mehr Beschäftigung bringen wird“, so die Landessekretärin der Fachgewerkschaft Ulrike Egger. „Im Gegenteil, wir sind der Meinung, dass die Neuregelung gravierende Auswirkungen auf die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Handel haben wird, die den neuen Anforderungen nicht gerecht werden können, da nicht genügend Dienste vorhanden sind, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Zudem sind wir überzeugt, dass diese Maßnahme nicht die Konkurrenz fördert, sondern die Vormachtstellungen von einigen wenigen Konzernen festigen wird und damit die Nahversorgung gefährdet“.
Wir teilen die Kritik an diesen Maßnahmen, die auch von den Kaufleuteverbänden kommt und befürchten, dass ein Arbeitsmarkt ohne Regeln zum Verlust unzähliger Arbeitsplätze, vor allem in der Peripherie, und zum Zusammenbruch der kapillaren Versorgung im ländlichen Raum führen wird.
Auch in den Kollektivverträgen, die in den letzten Jahren unterzeichnet worden sind, beginnend mit dem des Tourismus, des Handels und zuletzt der Handelsgenossenschaften, waren sich die Sozialpartner einig, dass Arbeitsmarktregelungen und Öffnungszeiten bzw. Abweichungen davon auf lokaler Ebene vereinbart werden müssen, um die Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu schützen und um besser auf die unterschiedlichen Gegebenheiten zu reagieren.“
Jetzt mehr denn je muss der Beschluss der Landesregierung vom 19.12. zur Reglementierung der Öffnungszeiten der Geschäfte umgesetzt werden, mit dem klar festgelegt wurde, an welchen Tagen eine Geschäftsöffnung nicht zulässig ist, womit den vielen Ausnahmeregelungen ein Riegel vorgeschoben wurde. Mit der neuen Regelung sind die Öffnungen für die im Handel beschäftigten Personen klarer und planbarer.
Die Landesregierung hat erklärt, gegen die Liberalisierungswelle der Regierung vorgehen zu wollen, um auch in Zukunft die bisherigen Prinzipien der Raumordnung, die Stärkung des Handels in den Ortskernen sowie die Unterbindung der Handelstätigkeit auf der grünen Wiese zu garantieren.
Als Gewerkschaft hoffen wir, dass sich die Landesregierung mit derselben Vehemenz gegen die Liberalisierung der Öffnungszeiten der Geschäfte stemmt.

 

09.01.2012

 

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