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Langzeitpflegeheim
Firmian
Beschäftigte
beschreiten jetzt den Rechtsweg
Die über 100
Beschäftigten des Langzeitpflegeheims Firmian waren am
heutigen 19. Februar 2010 aufgerufen, für acht Stunden
pro Turnus zu streiken. Beim Krankenhaus Bozen wurde
zudem eine Kundgebung abgehalten. Die Beschäftigten
hatten bereits am 21. Dezember aus Protest die Arbeit
für zwei Stunden niedergelegt. Ohne Erfolg. Beanstandet
wird, dass ihre Entlohnung deutlich unter jener ihrer
KollegInnen mit vergleichbaren Tätigkeiten und
Rahmenbedingungen liegt. Ihr Arbeitgeber ist die
Sozialgenossenschaft KCS, welche für die Beschäftigten
im „Firmian“ den Kollektivvertrag der
Sozialgenossenschaften anwendet, während in anderen
Strukturen der Kollektivvertrag der Privatsanität oder
der Bereichsübergreifende Vertrag angewandt wird. Die
Gehaltsunterschiede sind enorm und gehen von 300 bis
1.000 Euro brutto. Auch Feiertagsarbeit und Überstunden
werden im Vergleich niedriger entlohnt.
KCS begründet ihren Standpunkt und den angewandten
Kollektivvertrag damit, dass die Struktur für
Langzeitkranke eine sozio-sanitäre Einrichtung sei,
während andernorts von Gesundheitseinrichtungen die Rede
sei. Dabei liegen im „Firmian“ auf 120 Insassen 50 im
irreversiblen Koma, andere werden palliativ behandelt.
Liegt der Haken in der Auftragsvergabe bei der
Bezeichnung der Struktur? KCS will keinen anderen
Kollektivvertrag anwenden, der Sanitätsbetrieb als
Auftraggeber des ausgelagerten Dienstes hält sich für
nicht zuständig.
Da keine Verhandlungen auf den Weg gebracht werden
konnten, werden die Beschäftigten den Rechtsweg
beschreiten. Das Gesetz sieht vor, dass der Auftraggeber
für seine Auftragnehmer solidarisch haftet.
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