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Treffen mit LH Durnwalder
Gewerkschaften fordern höhere Steuerentlastungen
 

Die Gewerkschaften machen Druck auf die Landesregierung. Beim gestrigen (19.10.) Treffen mit LH Luis Durnwalder haben die vier Südtiroler Gewerkschaftsbünde mehr Steuerentlastungen über die Reduzierung des Irpef-Zuschlags gefordert. Sollte das Land keine weiteren Maßnahmen setzen, danken die Gewerkschaften an eine Protestkundgebung. Besprochen wurden beim Treffen weiters Wohnbaufragen, lokale soziale Abfederungsmaßnahmen und der umstrittene Stellenabbau im öffentlichen Dienst.
Die derzeit im Haushaltsentwurf von der Landesregierung veranschlagten 8 Millionen Euro für die Abschaffung des regionalen Irpef-Zuschlags für Einkommensbezieher bis 15.000 Euro sei eindeutig zu wenig. Es gebe noch einigen Spielraum für höhere Steuerentlastungen zugunsten von Arbeitnehmern und Rentnern, so die Gewerkschaften. Mehr Ressourcen für diese Steuerentlastung könne etwa über eine Tourismusabgabe und über eine höhere Kfz-Steuer für Pkws mit großem Hubraum kommen. Die Gewerkschaften planen im Dezember eine Kundgebung vor dem Landtag für den Fall, dass die Politik im Zuge der Haushaltsdebatte für 2011 keine einschneidenden Steuererleichterungen für Arbeitnehmer und Rentner beschließt.
Die jüngsten Wohnbaubestimmungen lösen das Problem der teuren Mietunterkünfte in Südtirol nicht, mahnten die Gewerkschaften. Die neuen Mittelstandswohnungen können keine Entlastung auf dem Mietmarkt bringen, wenn die Mehrzahl dieser Mietwohnungen zukünftig veräußert werden kann. LH Durnwalder zeigte sich bereit, diesen Punkt neu aufzurollen.
Der geplante Abbau von 550 Stellen im Landesdienst sei nicht nachvollziehbar, so die Gewerkschaftsvertreter. Im Gegenteil müssten statt der Auslagerung von Diensten, die der öffentlichen Hand keine Kostenersparnis gebracht hat, neues Personal eingestellt werden. Dies auch um die Qualität der Dienste zu sichern.
Was den Bereichsübergreifenden Kollektivvertrag anbelangt, so müsse der Arbeitgeber Land nachbessern, weil das derzeitige Angebot der Verhandlungsagentur des Landes, 1,35% für 2½ Jahre, nicht einmal die Teuerung des Jahres 2010 ausgleichen würde.
Zudem brachten die Gewerkschaftsvertreter die Forderung vor, die sozialen Abfederungsmaßnahmen der Region (finanziellen Beihilfen z.B. bei Lohnausgleich) auf die 2. Lohnstufe, also auf Bezieher von Einkommen über 1.900 Euro brutto monatlich auszudehnen. Die Mittel für diese Hilfsmaßnahmen seien bereits zweckgebunden worden und somit verfügbar.
Im Zuge der Haushaltsdebatte stellten sich die Gewerkschaften in der nachfolgenden Pressekonferenz klar gegen die von Wirtschaftsvertretern geforderte Kürzung im Sozial- und Gesundheitswesen. Diese Sektoren seien von grundlegender Bedeutung für die gesamte Bevölkerung und brächten zudem einen großen Mehrwert für den Wirtschaftskreislauf.
20.10.2010

 

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