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Öffentlicher Dienst
Wahlloser Stellenabbau bringt Probleme statt Einsparungen
 

Die Fachgewerkschaften des öffentlichen Dienstes von ASGB, CGIL/AGB, SGBCISL und UIL-SGK sowie die autonomen Gewerkschaften Nursing Up und SAG haben gestern (28.10.) im Rahmen einer Pressekonferenz in Bozen die Angriffe auf den lokalen öffentlichen Dienst und deren Bedienstete Punkt für Punkt zurückgewiesen und gleichzeitig die Erneuerung des Kollektivvertrags gefordert.

Personalkürzungen sind kontraproduktiv
Exponenten der Wirtschaftsverbände haben letzthin massive Einsparungen im Öffentlichen Dienst und beim Personal gefordert. Südtirol aber braucht für die vom Staat übernommenen Kompetenzen und für die Sicherung der hohen Qualitätsstandards ausreichend qualifiziertes Personal. Personalreduzierungen würden zwangsläufig zur Auslagerung von Diensten, zu Qualitätsverlust und zur Reduzierung der Dienste führen und keinesfalls zu allgemeinen Kosteneinsparungen, es sei denn zu Lasten der öffentlich Bediensteten selbst.
Muss nur der öffentliche Dienst den Sparstift über sich ergehen lassen? Die „Wirtschaft“ erhält 2011 mehr Haushaltsmittel (+4,1%), die Landwirtschaft ist stark subventioniert und bringt lediglich einen geringen Steuerrückfluss. Auch für externe Berateraufträge (ca. 70 Mio. Euro im Vorjahr) ist Geld vorhanden.
 

Bereichsübergreifender Vertrag steht immer noch aus
Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet der für das Personal des Öffentlichen Dienstes in Südtirol zuständige Landesrat bei der Forderung nach Personalabbau alle anderen noch übertrumpft (1.500 Stellen weniger!). Er hat vielmehr die Aufgabe dafür zu sorgen, dass ein produktives Arbeiten möglich ist. Dazu gehört in einer sozialen Marktwirtschaft auch der Einsatz für einen pünktlichen Abschluss der Kollektivverträge. Der ökonomische Teil des Ende 2008 ausgelaufenen Bereichsübergreifenden Kollektivvertrages steht immer noch aus. Das letzte Angebot der Landesregierung ist inakzeptabel (1,35% für den Fünfjahreszeitraum 2009-2013). Die öffentlich Bediensteten verdienen einen würdigen Kollektivvertragsabschluss!

Gesundheitswesen
Die Gewerkschaften sind dafür, das gesamten öffentlichen Gesundheitswesen und die Dienstleistungsstrukturen zu überprüfen und bei Bedarf neu zu organisieren. Wahllos vorgenommene Personalkürzungen sind aber nicht annehmbar, weil sie die Erhaltung der Dienste gefährden. Politische Entscheidungen, die nur darauf abzielen eine gewisse Wählerschaft nicht zu enttäuschen, sind verkehrt. Kosten im Gesundheitswesen können auch anderswo eingespart werden, etwa bei den Beratungsaufträgen an pensionierte Primare.

 

29.10.2010

 

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