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Hausärzte-Zusatzvertrag: Verhandlungen abgebrochen!


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Die vier Hausärztegewerkschaften SNAMI, FIMMG, SGB Ärzte/CISL Medici und SMI haben am 16. Dezember 2016 die Verhandlungen mit der öffentlichen Verwaltung zum integrativen Landesvertrag der Allgemeinmediziner abgebrochen.

Dies im Anschluss an ein Treffen, bei dem das Land unterschiedliche Patientenobergrenzen pro Hausarzt, je nach Situation im Bezirk, vorgeschlagen hat. „Dies ist eine Ungleichbehandlung der Hausärzte, die wir nicht hinnehmen können. Dies könnte dazu führen, dass ein Hausarzt eine bezahlte Obergrenze von 2.500 betreuten Personen hat, während ein anderer Hausarzt, nur wenige Kilometer entfernt, bei 1.500 liegt, nur weil er in einem anderen Bezirk tätig ist.“, so Dr. Eugen Sleiter, Landessekretär der Ärztegewerkschaft im SGBCISL.

Die Ärztegewerkschaft im SGBCISL ist auch nicht mit der Lösung einverstanden, wonach Hausärzte pro abgegebenen Patienten 12 Euro vom Land beziehen sollen. „Die Bürger können nicht derart in die Verhandlungen hineingezogen werden, als ob sie Handelsware wären. Sie haben vielmehr ein Recht der freien Arztwahl, und dieses ist nicht gewahrt. Wir riskieren, dass die Versorgung vor Ort entgegen allen guten Vorsätzen scheibchenweise abgebaut wird. Der Hausärztemangel wird immer akuter, wie soll dies mit einem derartigen Abbau von Patienten vereinbar sein?“

Die Hausärzte rufen die Bevölkerung auf, sie beim Protest um den Erhalt der wohnortnahen Versorgung und der Wahrung ihrer Rechte zu unterstützen.

SGBCISL Ärzte, 16.12.2016

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