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SGBCISL-Tagung:"Den wichtigen Themenbereich Arbeit in den Fokus rücken"


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Der Themenbereich Arbeit ist im Zuge der Diskussion rund um die Überarbeitung des Autonomiestatuts bisher zu kurz gekommen. Die Arbeit – von der Sicherung des Einkommens und der Beschäftigung bis zur Qualität der Arbeit – muss stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Die Arbeit kann entscheidend dazu beitragen, dass die Autonomie in punkto Wohlstand einen Mehrwert für alle bringt und eine ausgeprägtere soziale Dimension bekommt.

Dies ist das Fazit der SGBCISL-Tagung „Autonomiekonvent - Welche Chancen für die Arbeit“, die gestern im Pastoralzentrum in Bozen stattgefunden hat.

Ziel war es, die über 100 anwesenden Gewerkschaftsdelegierte und –mitarbeiter über den Autonomiekonvent zu informieren sowie autonomiepolitische Chancen und Entwicklungspotentiale vor allem auf dem Gebiet der Arbeit aufzuzeigen.

SGBCISL-Generalsekretär Dieter Mayr verwies in seiner Einleitung auf den Stellenwert der Autonomie für den SGBCISL, die als Kernthema in den Satzungen verankert ist. Das Autonomiestatut sei demnach ein unverzichtbares Mittel zur Sicherung des Zusammenlebens, müsse aber auch durch soziale Initiativen ergänzt werden. Die Autonomie müsse zum Wohle aller in Südtirol lebenden Menschen ausgebaut werden, die Sozialpartner sollten darum aktiv in die Gestaltung der Autonomie mit eingebunden werden, so Mayr.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hob in seinem Ansprache die Bedeutung des Autonomiekonvents für Südtirol hervor, zeigte die seit dem 2. Autonomiestatut 1972 eingetretenen Veränderungen auf, die eine Überarbeitung des Statuts notwendig machen, und unterstrich die Möglichkeit, gemeinsam unter Einbeziehung aller eine Überarbeitung der Autonomie auf den Weg zu bringen, ohne Gefahr zu laufen, den autonomiepolitischen status quo zu verlieren.

Elisabeth Alber von der EURAC, die den Autonomie-konvent wissenschaftlich mitbegleitet, hatte zuvor die Verfahren des Konvents erläutert.

Am Runden Tisch, der von der Journalistin Susanne Pitro fachkundig moderiert wurde, diskutierten die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa (Grüne), Magdalena Amhof (SVP), Roberto Bizzo (PD), Pius Leitner (Die Freiheitlichen) und Alessandro Urzì (L’Alto Adige nel cuore) über Inhalte, Erwartungshaltungen, Wichtigkeit, Visionen und Standpunkte in Bezug auf den Autonomiekonvent und die zukünftige Entwicklung Autonomie im Allgemeinen.

Für den SGBCISL ist es vorrangig, dass Südtirol seine Möglichkeiten nutzt, um die Rahmenbedingungen, die Regeln und die Absicherung auch im Bereich der Arbeit zu verbessern, im Hinblick auf ein gerechteres und solidarisches Südtirol.

Als konkrete Beispiele wurden unter anderem die Stärkung der sozialpartnerschaftlichen Zusammen-arbeit, mehr Einbindung der Sozialpartner in politische Entscheidungen, bessere soziale Absicherungsmaßnahmen, bessere aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sowie der Ausbau der Vereinbarungsmöglichkeiten von Beruf und Familie genannt.

Auch die Chancen, die sich über die Schaffung von lokalen sozialpartnerschaftlichen Einrichtungen er-geben, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugutekommen, wie der Gesundheitsfonds oder der bilaterale Solidaritätsfonds, sollten angesichts von immer schwierigeren Rahmenbedingungen genutzt werden. „Diese Gelegenheiten gilt es auf lokaler Ebene gemeinsam zu nutzen, die Betriebe sind hier stärker in ihre soziale Verantwortung zu nehmen“, so SGBCISL-Generalsekretär Michele Buonerba.

19.04.2016

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SGBCISL
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