: Tag der Arbeit

1. Mai: Arbeit für Frauen im Fokus

Stellungnahme der Frauengruppen zum 1. Mai: "Aufschwung und echte Veränderungen erfolgen notwendigerweise über die Frauenbeschäftigung und die soziale Förderung von Frauen auf allen Ebenen"

"Aufschwung und echte Veränderungen erfolgen notwendigerweise über die Frauenbeschäftigung und die soziale Förderung von Frauen auf allen Ebenen". Davon sind die Frauengruppen der Südtiroler Gewerkschaftsbünde AGB/CGIL, SGBCISL und UIL-SGK anlässlich des diesjährigen Tags der Arbeit überzeugt. Dieser fällt ebenso in die Pandemiezeit wie der 1. Mai des Vorjahres.

In Frauen muss mehr und besser investiert werden. Insofern reichen die dafür im gesamtstaatlichen Aufbau- und Resilienzplan gebundenen Ressourcen nicht. Der kürzlich vom Parlament beschlossene Plan sieht zwar erhebliche Mittel für Bereiche vor, in denen Frauen beruflich immer noch unterrepräsentiert sind, auch aufgrund kultureller und sozialer Vorurteile und Stereotypen. Es fehlen aber Überlegungen zur derzeitigen Arbeitsmarktsituation der Frauen und zukunftsweisende Projekte. Wie lässt sich die Lage der Arbeitnehmerinnen verbessern, deren Berufsleben häufig von Unterbrechungen, von unfreiwilliger Teilzeitarbeit, von Zuweisung niedrigerer Arbeitsaufgaben gekennzeichnet ist? In der Pandemie sind eine halbe Million Arbeitsplätze verloren gegangen, mehr als die Hälfte davon waren Arbeitsplätze von Frauen. Und das Ende Juni auslaufende Entlassungsverbot steht erst noch bevor.

Um Arbeitsplätze zu schaffen, reichen Anreize für die Einstellung von Frauen nicht aus. Es braucht eine breit angelegte Sozialpolitik, welche die Schaffung von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie Diensten vorsieht, die dazu beitragen können, die Lasten der Pflege, die leider immer noch überwiegend von Frauen geschultert werden, umzuverteilen. Es braucht ein Umdenken, eine Bewusstseinsbildung bei beiden Eltern, was die Verantwortung für die elterlichen Pflichten – und auch die Genugtuung dafür – in Bezug auf die Betreuung bzw. Pflege von Kindern sowie von Menschen mit Beeinträchtigung und älteren Menschen anbelangt.

In Frauenarbeit investieren war das Leitmotiv bei der Ausarbeitung des gesamtstaatlichen Aufbauplans. Leider sind diese Absichten nicht in Form eines außerordentlichen Beschäftigungsplans für Frauen konkretisiert und umgesetzt worden. Die günstigen Umstände, die zur Verfügung stehenden Mittel und etwas mehr Mut hätten es erlaubt, mehr zu wagen und in die Fähigkeiten und Kompetenzen von Frauen zu investieren. Der 1. Mai, der Internationale Tag der Arbeit, ist eine weitere Gelegenheit, um die gebührende Anerkennung einzufordern für all das, was Frauen in den härtesten Zeiten der Pandemie geleistet haben. Viele Frauen standen und stehen weiterhin an vorderster Front: in der Familie, in Krankenhäusern, in Altenheimen, in Supermärkten. Was wir fordern, sind konkrete und gezielte Maßnahmen zur Beseitigung der direkten und indirekten Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft.

Pressemitteilung der Frauengruppen von CGIL/AGB, SGBCISL und UIL-SGK vom 30.04.2021

 

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