: SGBCISL-Landeskongress

Das war unser Kongress

“Wachstum neu gestalten“, der 19. Landeskongress des SGBCISL im Rückblick: Themen, Ziele, Wortmeldungen und Bilder.

Das war unser Kongress
Der Blick in den Saal

Der wohl wichtigste Moment in der Organisation ist der Landeskongress. Dabei werden Gremien erneuert und zukunftsweisende Entscheidungen getroffen. Der 19. Landeskongress seit der Gründung des SGBCISL im Jahr 1948 hat am 24. und 25. März 2022 im NOI Techpark in Bozen stattgefunden.

100 Delegierte aus allen Fachgewerkschaften und Bezirken haben die Weichen für die nächsten Jahre gestellt: sie haben den Generalrat neu gewählt und über das Abschlussdokument die Schwerpunkte für die nächsten Jahre neu festgelegt.

Über das Kongressmotto „Wachstum neu gestalten“ stellt der SGBCISL die Frage nach einem sozial gerechten, umweltverträglichen Wachstum und unterstreicht, dass Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und ökologischer Wandel auch für die Gewerkschaft wegweisend sind.

Inhaltliche Kongress-Schwerpunkte:

Soziale in den Mittelpunkt, z.B. eine sozialere Ausrichtung des Landeshaushalts;

  • Kollektivvertragsverhandlungen: Zusatzabkommen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen;
  • Jugend- und Frauenbeschäftigung;
  • Stärkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik;
  • lebenslange Weiterbildung;
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Ablauf

Zu Beginn des Landeskongresses wird traditionell an den Abend der Gründung im Jahr 1948 erinnert. Dazu wurde die entsprechende Stelle aus den Erinnerungen von Mitbegründer Sandro Panizza vorgetragen, es folgte Beethovens Ode an die Freude.

Der Kongressbericht des scheidenden Sekretariats wurde erstmals in Form eines Doppel-Interviews vorgetragen. Der stellvertretende FF-Chefredakteur Georg Mair führte mit den scheidenden Generalsekretären Dieter Mayr und Donatella Califano ein Gespräch. Nachfolgend einige Themen und Kernaussagen:

Baustellen der Pandemie

  • „Das Gesundheitswesen muss gestärkt werden“;
  • „Der Sozialstaat hat uns geholfen, die Krise zu überwinden, dieser muss gesichert und über ein sozial gerechtes Steuersystem finanziert werden“;
  • „Misstrauen gegenüber den Institutionen und den Medien hat zugenommen“

wachsende Ungleichheiten

  • „Die Pandemie hat vor allem die Schwächeren getroffen, Frauen, Jugendliche, prekär Beschäftigte, Schüler/-innen wegen des Ausfalls des Präsenzunterrichts, Kranke und Pflegebedürftige wegen der Probleme bei der Betreuung“

Beziehungen zu Landesregierung und Sozialpartner

  • „Wir wollen mehr Mitsprache und Verteilungsgerechtigkeit erreichen“

Neugestaltung von Wachstum

  • „Das Kongresslogo der Blumen und das Präsent der Blumensamen als Symbol für unseren Einsatz in Richtung einer grünen, sozialen, nachhaltigen Zukunft“.
  • „Bei der Neugestaltung des Wachstums braucht es eine aktive Rolle der Gewerkschaft, die nicht konservativ agiert, sondern Antworten auf die neuen Herausforderungen findet: Weiterbildung, Wiederbeschäftigungsmöglichkeiten, gewerkschaftliche Vertretung der neuen Arbeitsformen“

Arbeitssicherheit

  • „Prävention, Kontrollen und Bewusstseinsbildung als Lösung gegen das Problem der zu vielen Arbeitsunfälle“

Kaufkraft der Löhne

  • „Piratenverträge eindämmen, Ungleichgewicht zwischen Lebenshaltungskosten und Löhnen über die vertragliche Ebene angehen“.

Wohnen und Gesundheit

  • „Mehr Flächen für Erstwohnungen, eine übergemeindliche Bau-Planung, gezielte Wohnlösungen für unterschiedliche Bedürfnisse“

Rolle der Gewerkschaft

  • „Das Vertrauen in die Gewerkschaft ist gestiegen, das belegt eine AFI-Studie“.
  • „Wir sind die Experten der Arbeit, wir sind die Anlaufstelle für die Arbeitnehmer/-innen“.

Es folgte die Wortmeldung von Landeshauptmann Arno Kompatscher. Er hat zu einigen Themen Stellung bezogen, die von den Landessekretären im Interview vorgebracht worden waren. Kompatscher unterstrich, dass es wichtig sei, den Wandel gemeinsam zu gestalten, damit niemand zurückbleibt.

Im Anschluss richteten die Vertreter/-innen der anderen drei Gewerkschaftsbünde ihre Grußworte an die Delegierten: Cristina Masera (CGIL/AGB), Christian Troger (UIL-SGK) und Tony Tschenett (ASGB).

Zum zentralen Thema des Wandels, in Ökologie, Wirtschaft und Arbeit, wurden drei Impulsvideos eingespielt Das erste war vom Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes EGB Luca Visentini: Wir laufen Gefahr, dass die Bemühungen für den Wiederaufschwung nach der Pandemie an der Mauer des schrecklichen Kriegs in der Ukraine zerschellen. Die Gewerkschaften müssten gesamteuropäisch die Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsmarkt mitgestalten, damit auch die Arbeitnehmer/innen etwas davon haben. Es werde am rechtlichen Rahmen gearbeitet, um die Beschäftigten zu schützen die digitale Arbeit leisten, um Einkommensgleichheit herzustellen, um Lohndumping vorzubeugen. Der EGB habe bereits bei der europäischen Kommission unverzügliche Maßnahmen gefordert, um der Teuerung der Energiekosten abzufedern und Spekulation zu verhindern. Der Moment sei gekommen, angesichts der Herausforderungen Klimawandel und digitaler Wandel einen Gang zuzulegen. Die öffentlichen Investitionen müssen sich aber auch in gute Arbeitsplätze, bessere Löhne, sozialen Zusammenhalt und eine nachhaltige Entwicklung niederschlagen.

Anschließend, am späten Vormittag und am Nachmittag, stand die Debatte auf dem Programm: die Delegierten hatten Gelegenheit, ihre Kongressbeiträge einzubringen.

Am Nachmittag wurden die anderen beiden Videobeiträge zu den zentralen Kongressthemen gesendet: der erste zum Thema digitaler Wandel (Patrick Ohnewein), der zweite zum ökologischen Wandel (Norbert Lantschner).

Das Wort ergriffen hat auch der ehemalige Generalsekretär und derzeitige Laborfonds-Präsident Michele Buonerba, der auf die Investitionen und Herausforderungen des Zusatzrentenfonds einging, der die Jugendlichen ansprechen möchte.

Der Direktor des AFI-IPL Stefan Perini hat bei seiner Wortmeldung unter anderem die laufenden Vorhaben des Instituts vorgestellt, etwa die Weiterbildungen für Gewerkschafter/-innen.

Das Abschlussreferat am ersten Kongresstag hielt Ignazio Ganga vom gesamtstaatlichen CISL-Sekretariat. Er hob den Zusammenhalt im SGBCISL hervor und ging auf verschiedene aktuelle Herausforderungen auf der nationalen und internationalen Ebene ein. Für die Gewerkschaft sei es wichtig,

  • einen breit aufgestellten, sozialen Pakt weiterzubringen,
  • die Vertragsverhandlungen neu zu beleben,
  • bessere soziale Absicherungen einzuführen,
  • verstärkt auf die Schwächeren auf dem Arbeitsmarkt zu achten,
  • das öffentliche Gesundheitswesen stärken.

„Eine Befragung hat ergeben, dass die Menschen, wenn sie nach ihrem häufigsten Gefühl befragt werden, Angst angeben. Dies ist für die sozialen Organisationen Auftrag, auch das Herz der Menschen zu erreichen“, so Ganga.

Zweiter Kongresstag

Am zweiten Kongresstag hielten die drei Bezirke ihre Kongresse ab, um lokale Themen und Fragen zu erörtern.

Es folgten die Wahlgänge. Neu gewählt wurden u.a. die Generalräte der Bezirke, der SGBCISL-Generalrat, das Schiedsgericht, die Rechnungsprüfer und die Vertreter/-innen des SGBCISL beim nationalen CISL-Kongress.

Als letzten Punkt auf dem Programm behandelte der Kongress das Abschlussdokument, welches mehrheitlich verabschiedet wurde. Dieses fasst die Ziele, Strategien und Schwerpunkte des SGBCISL für die nächsten Jahre zusammen.

Das Landessekretariat wird bei der nächsten Sitzung des Generalrates in ca. zwei Wochen neu gewählt.

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