Offener Brief des SGBCISL an die Landesregierung: Angesichts der Teuerung werden rasche Unterstützungen für Arbeitnehmer/-innen und Rentner/-innen gefordert.
Der SGBCISL hat heute, 20. Mai, einen offenen Brief an die Landesregierung gerichtet. Der Brief im Wortlaut:
Sehr geehrte Mitglieder der Südtiroler Landesregierung,
infolge der jüngsten Entwicklungen auf der internationalen Ebene ist die Inflation stark gestiegen. Die dramatische Teuerung trifft auch die Bürgerinnen und Bürger in Südtirol: Eine Inflation von rund 8% bedeutet für eine Familie geschätzte Mehrkosten von über 3.000 Euro im Jahr.
Letzthin sind einige Unterstützungsmaßnahmen für bestimmte Gruppen und Branchen auf den Weg gebracht worden, so etwa für die Wirtschaft. Zwar ist im März eine einmalige Unterstützung von 500 Euro als außerordentlicher Zusatzbeitrag für die Wohnungsnebenkosten zugunsten von einkommensschwachen Personen beschlossen worden, diese Maßnahme greift aber viel zu kurz: Sehr vielen Arbeitnehmer/-innen und Rentner/-innen machen die massiven Preisanstiege – vor allem bei Strom, Gas und Treibstoffen – angesichts ohnehin schon hoher Lebenshaltungskosten in Südtirol stark zu schaffen. Viele sind schlicht nicht in der Lage, die Mehrausgaben zu stemmen. Sie brauchen jetzt eine konkrete Unterstützungsleistung, um diese schwierige Phase zu überwinden, und wir können es nicht nachvollziehen, dass diese Personen nun wiederum die letzten sein sollen, denen finanziell unter die Arme gegriffen wird.
Auf staatlicher Ebene hat die Regierung mit dem Dekret „Aiuti“ bereits ein Unterstützungspaket geschnürt. In Südtirol sind uns bisher weder zusätzliche konkrete Maßnahmen bekannt, noch sind wir in irgendeiner Weise in die Pläne der Landespolitik einbezogen worden.
Deshalb möchten wir in Erfahrung bringen, welche Schritte die Landesregierung zur Unterstützung der Arbeitnehmer/-innen und Rentner/-innen zu setzen gedenkt und fordern Sie dringend auf zu handeln und die Gewerkschaft als Interessenvertretung für eine sozial gerechte Verteilung der Hilfen in den Entscheidungsprozess einzubinden.
20.05.2022
