: Stärkung der Kollektivverträge

Das Trentino ist uns voraus

Pressemitteilung der Gewerkschaftsbünde: Trient beschließt Wirtschaftsförderung nur bei Anwendung „repräsentativer Kollektivverträge“. Südtirol sollte diese Regelung auch anstreben und zudem auf Zusatzverträge mit einem 150-Euro-Lohnelement ausweiten.

Das Trentino ist uns voraus
Landtag sollte gesetzgeberisch tätig werden, wie im Trentino. Foto: Kundgebung vom 6. Juni

Im Trentino ist kürzlich ein Landesgesetz verabschiedet worden, welches die Gewährung von Beiträgen und Förderungen der öffentlichen Hand zugunsten der lokalen Wirtschaft an die Anwendung bestimmter Kollektivverträge knüpft. Welche diese sind, wird von der Trientner Landesregierung und den Sozialpartnern vereinbart. Es müssen in jedem Fall jene Kollektivverträge sein, die auf gesamtstaatlicher Ebene von den vergleichsweise vertretungsstärksten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen ausgehandelt worden sind und im Trentino überwiegend angewandt werden. Die Sozialpartner hatten dieses Landesgesetz angestoßen. Ihr Ziel ist es, die Anwendung von Piratenverträgen zu verhindern und jene Unternehmen zu unterstützen, welche die „besseren“ Kollektivverträge anwenden.

“Diesen Weg muss auch Südtirol beschreiten”, so die Generalsekretäre der Gewerkschaftsbünde ASGB, AGB/CGIL, SGBCISL und UIL-SGK: “Öffentliche Beiträge an die Anwendung der Kollektivverträge der vertretungsstärksten Sozialpartner zu knüpfen, könnte in bestimmten Branchen dazu beitragen, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne zu erreichen. Zudem werden vorbildliche Unternehmen gezielt gefördert. In Südtirol sollte diese Maßnahme aber noch weiter gehen,“ so die Gewerkschaften in Richtung der Landespolitik.

Die entsprechende Forderung haben die Südtiroler Gewerkschaftsbünde anlässlich der Anti-Teuerungs-Großkundgebung am 6. Juni in Bozen vorgebracht. Demnach solle die Gewährung öffentlicher Beiträge nicht nur an die Anwendung der Kollektivverträge der repräsentativsten Sozialpartner gebunden werden, sondern auch an die Auszahlung eines fixen Lohnelements – vorgeschlagen werden 150 Euro – über Zusatzabkommen der 2. Verhandlungsebene mit einer zweijährigen Laufzeit bzw. Erneuerung. Damit sollen – wenigstens teilweise – die in Südtirol höheren Lebenshaltungskosten abgefedert werden.

„Der Trientner Weg könnte uns als Vorbild dienen und die in Trient geleistete Arbeit eine gute Grundlage sein für ein spezifisches Südtiroler Landesgesetz", so die Generalsekretäre Tony Tschenett, Cristina Masera, Donatella Califano und Mauro Baldessari. „Wir sind bereit, am Erreichen dieses wichtigen Ziels mitzuwirken, für angemessenere Löhne und gegen unterbezahlte Arbeit sowie Lohndumping."

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