Unser 1.-Mai-Fest war nach zwei Jahren Auszeit wieder ein voller Erfolg. Inhaltlich standen Arbeit, Frieden und soziale Sicherheit im Mittelpunkt.
Auf ein rundum gelungenes 1.-Mai-Fest 2022 können die veranstaltenden Gewerkschaftsbünde CGIL/AGB, SGBCISL und UIL/SGK zurückblicken. Die Veranstaltung zum Tag der Arbeit lockte am Sonntag mit einem bunten Unterhaltungsangebot sowie Speis und Trank zahlreiche Besucher auf die Bozner Talferwiesen.
Diesen wurde am Festtag einiges geboten: für die musikalische Unterhaltung sorgten ab 11 Uhr Tony Spinell und die Schneekatzen, Giorgia Gigliotti, Suni & Co und Shamanes. Am Abend traten Shanti Powa und die Frauenband Strange Kind of Women auf der Festbühne auf.
Für Familien gab es Spiel, Spaß und Unterhaltung vor allem für Kinder. Am Festplatz waren nicht nur die Gewerkschaften mit Info-Ständen vertreten, sondern auch die Partisanenvereinigung ANPI und der Blinden- und Sehbehindertenverband.
Die Gewerkschaften zeigten sich besonders erfreut, nach den pandemiebedingten Ausfällen 2020 und 2021 wieder das traditionelle Fest zum Tag der Arbeit abhalten zu können und, trotz der unsicheren und schwierigen Zeiten, einen anregenden, feierlichen Rahmen für Begegnung und Austausch bieten zu können.
Inhaltlich standen aktuelle Themen und Entwicklungen im Vordergrund. So wie auf gesamtstaatlicher Ebene war auch in Bozen die Besorgnis über den Krieg in der Ukraine, die Solidarität für die betroffenen Menschen, das Ziel eines dauerhaften Friedens in Europa und die Wichtigkeit des Dialogs und der Völkerverständigung ein Hauptthema bei den Ansprachen. Das Motto zum Tag der Arbeit lautete heuer „Arbeit für den Frieden“.
Die Vertreter/-innen der drei Gewerkschaftsbünde haben zudem die Themen Arbeitssicherheit, Teuerung und Kaufkraftverlust, Arbeitskräftemangel und Aus- und Weiterbildung angesprochen.
SGBCISL-Generalsekretär Dieter Mayr erinnerte an die Wichtigkeit der Gewerkschaften mit ihren Diensten als Anlaufstelle für die Bürger gerade in den vergangenen beiden Pandemiejahren. Dieses aufgebaute Vertrauen helfe, Lösungen für schwierige Zeiten zu finden. „Wir müssen die Lohnfrage wieder stellen, auch in schwierigen Zeiten. Die Löhne sind vielfach zu niedrig, und die Versäumnisse der vergangenen Jahre fallen uns jetzt durch die Teuerungswelle auf den Kopf“, so Mayr. Um die Löhne zu steigern brauche es auch die Unterstützung der öffentlichen Hand. Neben den Löhnen sei die Qualität der Arbeit grundlegend um Fachkräfte zu halten.
Die großen Herausforderungen im Bereich Arbeit sieht SGBCISL-Generalsekretärin Donatella Califano im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie in der Wichtigkeit der Aus- und Weiterbildung für den Einstieg und den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt nach einer Auszeit bzw. Arbeitslosigkeit. Zudem müssen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt besser zusammentreffen. Der entsprechende Plan mit den arbeitspolitischen Maßnahmen steht seit 2020, dies sei nun der Moment, ihn vollinhaltlich umzusetzen, so Califano. Sie verwies auch darauf, dass wir werden weiterhin auf auswärtige Arbeitskräfte angewiesen sein, und es wichtig sei, eine offene und inklusive Gesellschaft zu sein.
Landeshauptmann Arno Kompatscher („Verunsicherung und Angst schaffen Spaltung, soziale Sicherheit bringt sozialen Frieden“) griff einige Themen auf und sicherte als Antwort auf die gewerkschaftlichen Forderungen zu,
einen permanenten Tisch zum Thema Arbeitssicherheit einzurichten, ergänzende Maßnahmen zu den staatlichen Unterstützungen gegen die Teuerung zu treffen und im Einvernehmen mit den Sozialpartnern den Abschluss von Zusatzverträgen im Privatsektor zu fördern.
Traditionell wird zum Tag der Arbeit auch den Opfern von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gedacht. Vertreter/-innen der Institutionen und der Sozialpartner haben am Vormittag an den Gedenkstätten im Kapuzinerpark und am Kreisverkehr Pacinottistraße/Voltastraße in Bozen Kränze niedergelegt um der Opfer von Arbeitsunfällen zu gedenken.
02.05.2022
