Die Gewerkschaften machen Druck für mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Im Oktober sind auf gesamtstaatlicher Ebene eine Reihe von Initiativen und eine Kundgebung geplant.
Im Wahlkampf waren Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz kein Thema, für die Arbeitnehmer/innen und ihre Familien sind sie aber enorm wichtig.
Seit Anfang des Jahres sind in Italien fast 600 Menschen bei der Arbeit tödlich verunglückt (durchschnittlich drei am Tag), zudem wurden mehr als 400.000 Arbeitsunfälle gemeldet.
Die Gewerkschaften haben vor den Wahlen an die wahlwerbenden Politiker/innen appelliert, sich für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz einzusetzen und dazu einige Forderungen ausgearbeitet:
- Fördermittel zugunsten der Betriebe, die im Zuge des Aufbauplans PNRR zusätzlich aufgestockt werden, müssen an Investitionen in Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz geknüpft werden
- Einführung von Kriterien, die auch bei privater Auftragsvergabe verbindlich sind
- Aus- und Weiterbildung für alle Arbeitnehmer/innen, egal mit welcher Vertragsart sie beschäftigt sind, und dies bereits bei Arbeitsbeginn
- Verpflichtende Aus- und Weiterbildung für Arbeitgeber bei Beginn der unternehmerischen Tätigkeit
- Verstärkte Kontrollen in den Unternehmen, bessere Koordinierung der zuständigen Stellen und Einbeziehung der Sozialpartner
- Einrichtung eines Tischs zwischen Ministerien, Sozialpartnern und Forschungseinrichtungen angesichts des Wandels in der Arbeitswelt (technologische Innovationen, Digitalisierung, Prekarisierung, Alterung), mit dem Ziel, die die Ursachen von Arbeitsunfällen sowie neue Gefahren zu erheben und anzugehen
- Das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sollte auch in der Schule behandelt werden, nicht nur um die Bestimmungen zu kennen, sondern auch, um für dessen Wichtigkeit zu sensibilisieren.
In der dritten Oktoberwoche werden die Gewerkschaften italienweit Aktionen und Initiativen starten, um die Aufmerksamkeit auf das Thema Arbeitssicherheit zu lenken und die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen zu fördern.
Am Samstag 22. Oktober ist schließlich eine gesamtstaatliche Kundgebung geplant.
